Originaltext zum Video
[Intro]
Karl, jetzt wird es kompliziert.
Ich habe eine Petrischale.
[Marx]
Natürlich hast du eine Petrischale.
[Susanne]
In ihr ist alles.
Du auch.
[Marx]
Das klingt verdächtig metaphysisch.
[Susanne]
Warte doch erstmal ab.
[Strophe 1]
In der Petrischale liegen Arbeiter und Unternehmer,
reiche Erben, arme Kinder,
Fabriken, Banken,
Krankheit, Liebe,
Macht, Angst,
Hoffnung.
Alles drin.
Niemand außerhalb.
[Marx]
Und was folgt daraus?
[Susanne]
Dass keiner wirklich getrennt ist.
Auch nicht der Reiche vom Armen.
Auch nicht der Mächtige von dem,
den seine Entscheidung trifft.
[Refrain]
Karl Marx trifft die Petrischale.
Klassen treffen auf Verbundenheit.
Geschichte trifft auf Gegenwart.
Materie trifft auf Tiefe.
Und irgendwo am Tisch merken zwei Menschen:
Vielleicht erklärt Besitz viel.
Aber nicht alles.
[Marx]
Die materiellen Verhältnisse formen das Bewusstsein.
[Susanne]
Und Bewusstsein verändert Verhältnisse.
[Marx]
Das ist mir zu einfach.
[Susanne]
Mir auch.
Darum reden wir ja.
[Bridge]
Vielleicht braucht Gerechtigkeit Analyse.
Vielleicht braucht sie aber auch Mitgefühl.
Vielleicht reicht Liebe allein nicht.
Vielleicht reicht Struktur allein nicht.
Vielleicht braucht es beides.
[Finale]
Karl schaut auf die Verhältnisse.
Ich schaue auf den Grund.
Karl fragt:
Wer besitzt?
Ich frage:
Wer ist getrennt?
Und am Ende steht die Petrischale da
und sagt:
Keiner.
Gesamt – Susanne und Karl Marx müssen da noch was klären