JENSEITS DER ZEIT

Originaltext zum Video

[Intro]

Karl, zweite Frage.

Was kostet ein Mensch?

[Marx]

Ein Mensch kostet nicht.

Seine Arbeitskraft hat einen Preis.

[Susanne]

Schon schlimm genug.

[Marx]

Der Lohn bezahlt nicht den ganzen Wert, den Arbeit schafft.

[Susanne]

Und wer misst den Rest?

Die Müdigkeit?

Die Angst?

Die Zeit?

Den Rücken?

Die verlorenen Jahre?

[Refrain]

Was kostet ein Mensch?

Eine Stunde? Ein Monat? Ein Leben?

Was kostet die Kraft, morgens aufzustehen?

Was kostet ein Körper, der irgendwann sagt:

Ich kann nicht mehr.

[Marx]

Arbeit wird zur Ware, wenn der Mensch nichts anderes verkaufen kann.

[Susanne]

Dann wird es höchste Zeit,

dass wir aufhören,

Menschen nur danach zu fragen,

was sie leisten.

[Marx]

Das würde ich nicht bestreiten.

[Susanne]

Gut.

Dann sind wir schon zwei.

[Bridge]

Ein Mensch ist nicht sein Stundenlohn.

Nicht seine Produktivität.

Nicht seine Steuerklasse.

Nicht sein Nutzen.

Nicht seine Funktion.

[Finaler Refrain]

Was kostet ein Mensch?

Nichts.

Was ist ein Mensch wert?

Das ist die falsche Frage.

Denn was Würde hat,

braucht kein Preisschild.