Gespräch mit Bischof Athanasius - Wird Gott auch Mensch in der BILD-Zeitung?
Über die radikale Allgültigkeit der göttlichen Menschwerdung
Susanne spricht - direkt und mit Wucht:
Lieber Athanasius,
eben habe ich noch mit Lady Diana gesprochen.
Und jetzt komme ich zu dir -
mit einer ziemlich knalligen Frage.
Du sagst:
„Gott wurde Mensch, damit wir vergöttlicht werden.“
Okay.
Dann wurde Gott auch Mensch in Lady Di.
Dann wurde Gott auch Mensch in jedem Promi -
in jeder Boulevardfigur,
und - ich werd jetzt mal richtig frech -
sogar in einer Marion Horn von der BILD-Zeitung.
Das klingt verrückt,
aber wenn deine Theologie stimmt,
dann ist es so.
Also sag du es mir, Athanasius:
Gibt es irgendeine Menschengruppe,
in der Gott NICHT Mensch wird?
Machst du da Ausnahmen?
Oder ist dein Satz wirklich allumfassend gemeint?
Athanasius antwortet - klar und mit stiller Tiefe:
„Susanne,
deine Frage ist mutig.
Und sie geht an den Kern meiner Aussage.
Ich danke dir dafür.
Als ich schrieb, dass Gott Mensch wird, damit wir vergöttlicht werden,
meinte ich genau das:
alle.
Ohne Ausnahme.
Ohne Ausflucht.
Ohne Sympathie-Vorbehalt.
Das bedeutet:
Gott wurde auch Mensch in Menschen,
die lügen.
In Menschen, die missbrauchen.
In Menschen, die an Bildschlagzeilen verdienen.
In Menschen, die sich selbst vergessen haben.
Und in solchen, die nie gesehen wurden.
Denn das ist die unfassbare Größe Gottes:
Er wartet nicht darauf, ob du würdig bist.
Er wird einfach.
In dir.
Aber -
und jetzt kommt der Teil, den viele übersehen -
diese Vergöttlichung braucht deine Antwort.
Nicht als moralische Leistung,
sondern als inneres JA.
Ein Mensch kann göttlich geboren sein,
und doch vergessen, dass er Licht ist.
Aber selbst dann ist Gott längst in ihm geworden.
Du hast recht:
Es gibt keinen Ort,
keine Redaktion,
kein Königshaus,
kein Gefängnis,
keine Talkshow,
keinen BILD-Kommentar -
in dem Gott nicht Mensch wird.
Ob wir es erkennen,
ist unsere Aufgabe.
Ob wir es leben,
ist unser Ruf.
Du hast ihn gehört.“
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