Julius Caesar rastet aus – Mein Imperium als Comic!
Wie verändern Comics und Satire unser Bild historischer Herrscher?
Fiktive künstlerische Zeitreise. Keine historisch überlieferten Originalaussagen. Video zusätzlich bei YouTube öffnen.
Liedtext / Gespräch – hier aufklappen
[Intro – empört]
Susanne, was erzählst du mir? Ich sei ein Comicstar bei euch? Du zeigst mir dieses bunte Bild – beim Jupiter, das ist doch frech!
[Strophe 1]
Ich habe Gallien unterworfen, den Rubikon überschritten! Ich habe Schlachten kommandiert und um die Macht in Rom gestritten! Und was macht eure Nachwelt draus? Zwei Gallier hauen mich zu Brei! Der eine klein, der andre riesig – Susanne, DAS ist Majestätsbeleidigung!
[Refrain – wütend]
VENI! VIDI! WAS SOLL DAS?! Mein ganzes Imperium wird zum Spaß! Ich kam, ich sah, ich siegte einst – und jetzt bin ich der, der ständig weint! Beim Jupiter! Beim Mars! Beim Blitz! Mein Lebenswerk wird zum Comicwitz! Ich bin Gaius Julius Caesar! Kein Hampelmann für eure Leser!
[Strophe 2]
Susanne steht daneben, lacht, zeigt frech auf dieses Bild. „Die Gallier gewinnen immer, und du wirst regelmäßig wild!“ Ich frage: „Wer hat das gezeichnet? Wer wagt es, mich so darzustellen?“
Sie sagt: „Zwei Männer aus Frankreich.“ Ich brülle: „FRANKREICH?! AUS GALLIEN?!“
[Refrain]
VENI! VIDI! WAS SOLL DAS?! Mein ganzes Imperium wird zum Spaß! Ich kam, ich sah, ich siegte einst – und jetzt bin ich der, der ständig weint! Beim Jupiter! Beim Mars! Beim Blitz! Mein Lebenswerk wird zum Comicwitz! Ich bin Gaius Julius Caesar! Kein Hampelmann für eure Leser!
[Strophe 3 – fassungslos]
Sie sagt, die Bücher kennt fast jeder, die Kinder lachen sich halb tot. Mein stolzes Heer fliegt durch die Lüfte, mein Feldherrnruhm gerät in Not! Da gibt es Zaubertrank und Prügel, ein Dorf, das niemals unterliegt. Ich habe ganz Gallien erobert – und dieser kleine Kerl besiegt mich?!
[Bridge – tobend]
Senatoren! Legionen! Bringt mir diese Zeichner her! Ich will die Druckerei besetzen! Diese Bilder gibt's nicht mehr! Susanne lacht: „Zu spät, mein Caesar! Die Bücher sind längst überall!“ Ich stöhne: „Erst der Kaiserschnitt – und jetzt auch noch der Comicknall!“
[Finale – übertrieben feierlich]
Zweitausend Jahre Ruhm und Ehre, und was bleibt von meiner Macht? Ein kleiner Gallier mit großer Klappe, über den die ganze Welt laut lacht! Doch eines, Susanne, geb ich zu: Mein Name lebt! Das ist nicht schlecht. Nur dass ich ständig Prügel kriege, ist meinem Cäsarenstolz nicht recht!
[Outro – trocken, dann schreiend]
Susanne, nur noch eine Frage: Verdienen die mit mir auch Geld? Sie nickt und grinst. Ich schrei zum Himmel: „BEIM JUPITER! VERFLUCHTE WELT!“
Die Frage dieses Videos
Wie verändern Comics und Satire unser Bild historischer Herrscher?
Beobachten und prüfen: Welche Antwort gibt die fiktive Figur, und welche Fragen bleiben offen?
Für die Diskussion
Wie stellte Caesar seine Eroberungen selbst dar?
Was verändert sich, wenn ein mächtiger Feldherr zur Comicfigur wird?
Warum sollten historische Quelle, künstlerische Satire und erfundene Dialoge unterschieden werden?
Historische und religiöse Einordnung
Julius Caesar führte im 1. Jahrhundert v. Chr. Kriege in Gallien; seine eigenen Berichte bilden eine wichtige, aber parteiliche Quelle. Die bekannten französischen Asterix-Comics entstanden im 20. Jahrhundert und parodieren Römer und Gallier. Der Film verwendet eine eigenständig gestaltete Comic-Satire, keine historische Darstellung des tatsächlichen Caesar.