SMS · Susanne macht Schule
Familie · Arbeit · Liebe

Mutterns Hände

Wie kann ein Gedicht ein ganzes Leben über Hände erzählen?

Erst hören?
Susanne liest „Mutterns Hände“.
1 · Was passiert?
Erzähl den Text in zwei oder drei eigenen Sätzen. Mehr nicht.
2 · Wo sticht es?
Such einen Satz, der lustig, gemein, traurig oder überraschend ist. Warum genau der?
3 · Und heute?
Gibt es das Problem noch? Nenne ein heutiges Beispiel – oder widersprich Tucholsky.

Leseregel: Du musst nicht jedes alte Wort kennen. Markiere Unklares, aber verliere darüber nicht die Pointe.

Originaltext

(Kurt Tucholsky, Arbeiter Illustrierte Zeitung 30, 1929)

Hast uns Stulln jeschnitten un Kaffe jekocht un de Töppe rübajeschohm - un jewischt und jenäht un jemacht und jedreht... alles mit deine Hände.

Hast de Milch zujedeckt, uns Bonbongs zujesteckt un Zeitungen ausjetragn - hast die Hemden jezählt und Kartoffeln jeschält... alles mit deine Hände.

Hast uns manches Mal bei jroßen Schkandal auch'n Katzenkopp jejeben. Hast uns hochjebracht. Wir wahn Stricker acht sechse sind noch am Leben... alles mit deine Hände.

Heiß warn se un kalt Nu sind se alt nu bist du bald am Ende. Da stehn wa nu hier, und denn komm wir bei dir und streicheln deine Hände.

Wenn du tiefer willst

Wie macht der Text Druck?

Finde Übertreibung, Gegensatz, Wiederholung, Rollenwechsel oder einen Satz, der bewusst unfair klingt. Welche Wirkung hat das?

Schreib zurück.

Formuliere drei Sätze an Tucholsky: einen Satz Zustimmung, einen Widerspruch und eine Frage.