SMS – Susanne macht SchuleFrei zugänglich · ungewöhnlich gedacht

Geschichte · Religion · 95 Minuten · Klassen 7–9

Wie wurde aus Reform eine Kirchenspaltung?

Eine Doppelstunde zur Reformation: zuerst Susanne Albers’ fünfminütiges Reformationsrätsel, danach historische Ordnung, Begriffe, Folgen und eine klare kritische Sicht auf Martin Luther.

Reformation: Streit, Buchdruck und Kirchenspaltung

0–10 Minuten

Auftakt: Das Reformationsrätsel

Das Video erzählt die Geschichte mit Bildern, Personen und einem humorvollen Ton. Die Klasse soll zunächst nur zuhören und drei Dinge notieren: Personen, Geld und Streit.

Hinweis zur Videoqualität und zum Entstehungszeitpunkt: Dieses Video ist eine ältere Produktion von Susanne Albers und wurde ursprünglich mit iMovie erstellt. Die Bildqualität entspricht nicht heutigen HD-Standards und kann bei einer großen Projektion, etwa über einen Beamer, deutlich pixelig wirken. Auf kleineren Bildschirmen ist die Darstellung meist unproblematisch.

Das Video gibt außerdem den Stand seiner Entstehungszeit wieder. Der darin genannte Papst und andere zeitbezogene Angaben können inzwischen überholt sein. Der historische Kern der Reformationsgeschichte bleibt davon unberührt.
Direkt danach: Wer kam vor? Was hatte der Petersdom mit dem Streit zu tun? An welchem Punkt wurde aus einer Geld- und Baugeschichte ein Kirchenkonflikt?

10–35 Minuten

Die Geschichte ordnen

Vor 1517

Eine gemeinsame westliche Kirche

In Westeuropa gehörten die meisten Christen zur römisch-katholischen Kirche. Der Papst beanspruchte höchste kirchliche Autorität.

1517

Kritik am Ablass

Luther veröffentlicht seine 95 Thesen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob kirchliche Strafen und Vergebung mit Geld verbunden werden dürfen.

1520/21

Der Streit eskaliert

Luther widerruft nicht. Er wird exkommuniziert und auf dem Reichstag zu Worms mit der Reichsacht belegt.

Danach

Reform wird Trennung

Fürsten, Städte, Prediger und Gemeinden übernehmen neue Lehren. Gottesdienst, Kirchenordnung und Ausbildung verändern sich. Es entsteht nicht an einem einzigen Tag eine fertige neue Kirche.

35–60 Minuten

Neun Begriffe, ohne die es nicht geht

Reformation

Versuch und Prozess, Kirche und Glaubenspraxis grundlegend zu verändern.

Ablass

Erlass zeitlicher Sündenstrafen; kritisiert wurde besonders die Verbindung mit Geld und falschen Heilsversprechen.

These

Eine Behauptung oder Aussage, die zur Diskussion gestellt wird.

Exkommunikation

Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft.

Reichsacht

Rechtloserklärung durch die weltliche Gewalt des Reiches.

Buchdruck

Neue Texte konnten schnell vervielfältigt und verbreitet werden.

Katechismus

Lernbuch, das zentrale Glaubensinhalte erklärt und einprägt.

Protestantisch

Sammelbegriff für Kirchen, die aus der Reformation hervorgingen.

Konfession

Eine bestimmte christliche Glaubens- und Kirchengemeinschaft.

60–78 Minuten

Warum blieb es nicht bei einer Reform?

Glaube und Autorität

Es ging darum, wer Lehre auslegen und verbindlich entscheiden durfte: Papst und Kirche, Konzilien, Fürsten, Gemeinden oder das persönliche Gewissen im Hören auf die Bibel.

Macht und Politik

Fürsten und Städte verfolgten eigene Interessen. Der Streit war deshalb nicht nur religiös, sondern auch politisch und wirtschaftlich.

Medienrevolution

Flugschriften, Übersetzungen und Bilder machten den Konflikt öffentlich. Viel mehr Menschen konnten Partei ergreifen.

Folgen

Neue Kirchen entstanden. Zugleich folgten Ausgrenzung, Zwang, Konflikte und später Religionskriege. Eine Spaltung verändert mehr als Gottesdienste.

78–90 Minuten

Luther: bedeutsam und schwer belastet

Keine Heldengeschichte: Luther prägte Theologie, Sprache, Bildung und die Reformation. Zugleich schrieb er judenfeindliche Texte und befürwortete harte Gewalt gegen aufständische Bauern. Beides gehört in dieselbe historische Betrachtung.

90–95 Minuten

Abschluss: vier Sätze

  1. Reformation bedeutet …
  2. Aus Reform wurde Spaltung, weil …
  3. Der Buchdruck war wichtig, weil …
  4. An Luther muss man kritisch sehen, dass …
Ausblick: Die zweite Doppelstunde fragt nicht mehr nach der Entstehung, sondern danach, wie katholische, evangelische, orthodoxe und mystische Menschen christliches Leben unterschiedlich verstehen.