SMS – Susanne macht SchuleNietzsche-Materialien

Arbeitsblatt · 90 Minuten

Warum wurde Nietzsche Nietzsche?

Hinweis: Es geht nicht darum, Nietzsche nachträglich zu diagnostizieren. Fragt stattdessen: Welche Erfahrungen könnten hinter bestimmten Gedanken stehen? Welche Antworten auf Dunkelheit werden hier sichtbar?

1. Einstieg

Schreibe zwei bis vier Sätze:
Muss ein Mensch hart werden, um Schweres zu überleben?

Bitte keine privaten Erlebnisse erzählen, wenn du das nicht möchtest.

2. Textsplitter

Ordne die vier Nietzsche-Impulse passenden Begriffen zu. Mehrfachzuordnungen sind erlaubt.

VerzweiflungTrotzBefreiungHoffnungSelbstüberwindungEinsamkeit

A · Höhenluft

Nietzsche beschreibt Philosophie als freiwilliges Leben in „Eis und Hochgebirge“. Die Einsamkeit ist ungeheuer – zugleich liegen die Dinge klar im Licht.

B · Winter und Neubeginn

Die Fröhliche Wissenschaft erscheint ihm wie Tauwind: Unruhe und Widerspruch, Erinnerung an den Winter – und zugleich das mögliche Ende des Winters.

C · Verlorene Gewissheit

„Gott ist tot“ ist hier kein Triumphspruch. Die Frage lautet: Was geschieht mit Moral, Sinn und Verantwortung, wenn ein altes Fundament seine Bindekraft verliert?

D · Bejahung

Nietzsche sucht nicht nur Zerstörung. Er sucht Lebensbejahung, Schaffenskraft, Selbstüberwindung, Tanz und Leichtigkeit – gerade dort, wo sie nicht selbstverständlich sind.

Johannes vom Kreuz

Verlust: fühlbare religiöse Gewissheit

Bewegung: Reinigung und Hingabe

Hoffnung: tiefere Gottesbeziehung

Friedrich Nietzsche

Verlust: tragende alte Werte

Bewegung: Kritik und Selbstüberwindung

Hoffnung: ein selbst hervorgebrachtes Ja zum Leben

Susanne Albers

Erfahrung: ein Leben mit vielen Brüchen

Bewegung: Denken, Gestalten und Weitergeben

Hoffnung: weich, lieb und zugewandt bleiben

3. Vergleiche

  1. Was zerbricht bei Johannes? Was zerbricht bei Nietzsche?
  2. Was soll jeweils neu entstehen?
  3. Was ist an Susannes Perspektive ähnlich – und was ist ganz anders?

4. Urteil

Beantworte in fünf bis sieben Sätzen eine der beiden Fragen:

  1. Ist Nietzsches Philosophie eher eine Philosophie der Verzweiflung – oder der verzweifelten Hoffnung?
  2. Was macht ein Mensch aus dem, was ihm widerfährt?

Abschluss: Vollende den Satz „Dunkelheit muss nicht bedeuten, dass …“