Der Stundenplan
Die Seite ist so gebaut, dass sie direkt im Unterricht von oben nach unten genutzt werden kann.
Welches müsste am meisten kosten?
Noch nicht auf die Preise klicken. Erst ordnen: Welches Werk ist deiner Meinung nach am wertvollsten? Nicht: Welches gefällt dir am besten?

Leonardo da Vinci · Salvator Mundi
Was würdest du zahlen, wenn du nur das Bild siehst – ohne den Namen und ohne den Rekordpreis?

Paul Cézanne · Les Pommes
Elf Äpfel. Stillleben. Und trotzdem ein Millionenpreis. Was könnte diesen Wert erklären?

Edvard Munch · Der Schrei
Ein weltberühmtes Motiv – aber macht Berühmtheit automatisch einen hohen Preis?

Claude Monet · Seerosen
Ein Motiv, das Monet immer wieder malte. Warum kann gerade eine bestimmte Fassung so teuer werden?

Gustav Klimt · Goldene Adele
Gold, Geschichte, berühmter Künstler, berühmtes Bild: Wie viele Wertfaktoren kommen hier zusammen?

William Turner · Ehrenbreitstein
Romantische Landschaft statt Pop-Ikone. Ist Alter ein Wertfaktor – oder nur ein Teil der Geschichte?
Wer macht den Preis?
Sammelt Faktoren. Welche davon haben mit dem Werk selbst zu tun – und welche mit dem Markt darum herum?
Bei Cézanne liegen in Susannes historischem Material sehr unterschiedliche Summen nebeneinander: Les Pommes mit 41,6 Millionen Dollar, ein anderes Stillleben mit 60,5 Millionen und die Kartenspieler mit einer damals berichteten noch viel höheren Summe. Der Name allein erklärt den Preis also nicht.
Drei Aussagen. Eine Position.
Wähle die Aussage, der du am ehesten zustimmst. Begründe sie mit mindestens einem Beispiel von oben.
Ein Kunstwerk ist so viel wert, wie jemand dafür bezahlt.
Ein Kunstwerk kann künstlerisch wertvoll sein, unabhängig von seinem Marktpreis.
Einen vollständig objektiven Wert von Kunst gibt es nicht.
Und jetzt legen wir etwas anderes in die Waagschale.
Bis hierhin ging es um Bilder, Millionen und Märkte. Jetzt geht es nicht mehr um Preis, sondern um Wert.

Hinweis zur alten Ausgangsseite: Dort wurde der Millionenpreis ausdrücklich einer konkreten Spende zur Behandlung eines leprakranken Menschen gegenübergestellt. Die damalige konkrete Spendensumme ist historisch und wird hier nicht als heutiger medizinischer Kostenwert übernommen. Die ethische Frage bleibt.
Du bist jetzt das Auktionshaus.
Du hast:
Welches dieser drei Werke würdest du kaufen – und wie viel davon würdest du ausgeben? Schreibe einen Satz: „Dieses Werk ist mir … wert, weil …“



Kurze Handreichung
Lernziel
Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Marktpreis, persönlichen Wert und kulturell/künstlerisch zugeschriebenen Wert. Sie erkennen, dass Kunstpreise aus einem Zusammenspiel von Werk, Geschichte, Knappheit, Markt und sozialer Zuschreibung entstehen.
Wichtig: nicht vorsagen
Die Stunde funktioniert besser, wenn die Lehrkraft die hohen Preise nicht sofort als „verrückt“ bewertet. Die Irritation soll von den Schülern selbst kommen. Erst danach werden Mechanismen des Kunstmarktes und Gegenargumente gesammelt.
Die ethische Wendung
Der Schluss soll keine Gleichung „Kunstkauf = unmoralisch“ produzieren. Die stärkere Frage lautet: Warum behandeln wir Geldwert und Menschenwert nach völlig unterschiedlichen Regeln – und was folgt daraus für Verantwortung?
Quellenstand
Die Preisangaben stammen aus Susanne Albers' historisch gesammeltem Auktionsmaterial und dem Renaissance-Rätsel. Sie dienen hier als historische Fallbeispiele, nicht als aktuelle Rangliste der teuersten Kunstwerke.
Materialbasis der Unterrichtsentwicklung: Susanne Albers’ historische Sammlung „Kunst Specials“ sowie das Rätsel „Ist hier alles Gold, was glänzt? – Welches sind die teuersten Gemälde der Welt?“. Die Arbeits-PDFs sind nicht Bestandteil dieser Webfassung. Verwendet werden nur die für diese Stunde ausgewählten Abbildungen historischer, gemeinfreier Werke.