SMS · Susanne macht Schule
Kunst · Ethik · Wirtschaft · Philosophie · 45 Minuten

Was ist Kunst wert?

41 Millionen für elf Äpfel. 58 Millionen für einen Ballonhund. Hunderte Millionen für ein einziges Gemälde. Wer bestimmt eigentlich solche Preise – und ist Preis dasselbe wie Wert?

45 Min.kompakt
6starke Fälle
1unangenehme Frage

Der Stundenplan

Die Seite ist so gebaut, dass sie direkt im Unterricht von oben nach unten genutzt werden kann.

0–5anschauen & schätzen
5–15Preise aufdecken
15–30Wie entsteht Wert?
30–40Position beziehen
40–45Waagschale & Schluss
0–15 Minuten · Einstieg

Welches müsste am meisten kosten?

Noch nicht auf die Preise klicken. Erst ordnen: Welches Werk ist deiner Meinung nach am wertvollsten? Nicht: Welches gefällt dir am besten?

15–30 Minuten · Analyse

Wer macht den Preis?

Sammelt Faktoren. Welche davon haben mit dem Werk selbst zu tun – und welche mit dem Markt darum herum?

KünstlernameSeltenheitProvenienzKunstgeschichteAuktionshausSchätzpreisBieterduellPrestigeModeSpekulationGeschichteverfügbares Geld
Auch derselbe Künstler hat nicht „einen“ festen Preis.

Bei Cézanne liegen in Susannes historischem Material sehr unterschiedliche Summen nebeneinander: Les Pommes mit 41,6 Millionen Dollar, ein anderes Stillleben mit 60,5 Millionen und die Kartenspieler mit einer damals berichteten noch viel höheren Summe. Der Name allein erklärt den Preis also nicht.

30–40 Minuten · Position beziehen

Drei Aussagen. Eine Position.

Wähle die Aussage, der du am ehesten zustimmst. Begründe sie mit mindestens einem Beispiel von oben.

A

Ein Kunstwerk ist so viel wert, wie jemand dafür bezahlt.

B

Ein Kunstwerk kann künstlerisch wertvoll sein, unabhängig von seinem Marktpreis.

C

Einen vollständig objektiven Wert von Kunst gibt es nicht.

40–45 Minuten · Der Schnitt

Und jetzt legen wir etwas anderes in die Waagschale.

Bis hierhin ging es um Bilder, Millionen und Märkte. Jetzt geht es nicht mehr um Preis, sondern um Wert.

Leonardo da Vinci, Salvator Mundi
450.000.000 US-Dollarein Kunstwerk
👤
ein Menschkein Marktpreis
Was ist Kunst wert – und was ist uns ein Mensch wert?
Darf ein Bild 450 Millionen kosten?
Ist ein hoher Kunstpreis moralisch problematisch, solange Menschen in Not leben?
Kann Kunst selbst einen gesellschaftlichen Wert haben?
Wer trägt Verantwortung dafür, wofür Geld ausgegeben wird?

Hinweis zur alten Ausgangsseite: Dort wurde der Millionenpreis ausdrücklich einer konkreten Spende zur Behandlung eines leprakranken Menschen gegenübergestellt. Die damalige konkrete Spendensumme ist historisch und wird hier nicht als heutiger medizinischer Kostenwert übernommen. Die ethische Frage bleibt.

Abschluss · wenn noch 3 Minuten bleiben

Du bist jetzt das Auktionshaus.

Du hast:

100 Millionen Euro

Welches dieser drei Werke würdest du kaufen – und wie viel davon würdest du ausgeben? Schreibe einen Satz: „Dieses Werk ist mir … wert, weil …“

Cézanne, Les Pommes
Munch, Der Schrei
Monet, Seerosen
Hat das Werk jetzt diesen Wert – nur weil du ihn genannt hast?
Für Lehrkräfte

Kurze Handreichung

Bildauswahl: Diese Fassung arbeitet ausschließlich mit Werken von Künstlern, deren Urheberrecht abgelaufen ist. Jüngere Künstler und ihre Werke wurden aus der Unterrichtseinheit vollständig entfernt.
Lernziel

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Marktpreis, persönlichen Wert und kulturell/künstlerisch zugeschriebenen Wert. Sie erkennen, dass Kunstpreise aus einem Zusammenspiel von Werk, Geschichte, Knappheit, Markt und sozialer Zuschreibung entstehen.

Wichtig: nicht vorsagen

Die Stunde funktioniert besser, wenn die Lehrkraft die hohen Preise nicht sofort als „verrückt“ bewertet. Die Irritation soll von den Schülern selbst kommen. Erst danach werden Mechanismen des Kunstmarktes und Gegenargumente gesammelt.

Die ethische Wendung

Der Schluss soll keine Gleichung „Kunstkauf = unmoralisch“ produzieren. Die stärkere Frage lautet: Warum behandeln wir Geldwert und Menschenwert nach völlig unterschiedlichen Regeln – und was folgt daraus für Verantwortung?

Quellenstand

Die Preisangaben stammen aus Susanne Albers' historisch gesammeltem Auktionsmaterial und dem Renaissance-Rätsel. Sie dienen hier als historische Fallbeispiele, nicht als aktuelle Rangliste der teuersten Kunstwerke.

Materialbasis der Unterrichtsentwicklung: Susanne Albers’ historische Sammlung „Kunst Specials“ sowie das Rätsel „Ist hier alles Gold, was glänzt? – Welches sind die teuersten Gemälde der Welt?“. Die Arbeits-PDFs sind nicht Bestandteil dieser Webfassung. Verwendet werden nur die für diese Stunde ausgewählten Abbildungen historischer, gemeinfreier Werke.

Preise verändern sich.Die Frage bleibt.