Medienkompetenz · KI · Quellenkritik
Unterrichtseinheit 134 · ca. 45 MinutenWenn die KI sich selbst widerspricht.
Zwei Screenshots. Dieselbe Suchanfrage. Fünf Minuten Abstand. Ein sehr einfacher Fall zeigt, warum eine KI-Antwort nicht automatisch eine Tatsache ist – auch dann nicht, wenn sie bei Google steht.
Beobachte zuerst – erkläre später
Was ist hier passiert?


Drei Ebenen sauber trennen
Beobachtung, Schlussfolgerung, Behauptung
Arbeitsauftrag
Was darf ich glauben?
| Aussage | Was würdest du tun? |
|---|---|
| „Die KI klingt sicher, also stimmt es.“ | Prüfe, ob Sicherheit im Ton wirklich ein Beleg ist. |
| „Google zeigt die Website oben als normalen Treffer.“ | Vergleiche die KI-Aussage mit dem sichtbaren Suchergebnis und öffne möglichst die Quelle selbst. |
| „Fünf Minuten später sagt die KI etwas anderes.“ | Frage: Welche Aussage wird durch Quellen gestützt? Welche nicht? |
| „Die zweite Antwort kam nach unserem Gespräch.“ | Das ist zeitliche Nähe. Zeitliche Nähe allein beweist noch keine Ursache. |
Diskussion: Was ist gesellschaftlich problematischer: dass eine KI Fehler macht – oder dass sie Fehler in einem sehr überzeugenden Ton als fertige Antwort präsentiert?
45-Minuten-Ablauf
So kann die Stunde laufen
Nur gucken
Beide Screenshots zeigen. Schülerinnen und Schüler notieren Unterschiede, ohne Erklärungen zu erfinden.
Widerspruch finden
Welche Aussagen können nicht gleichzeitig stimmen? Welche Information liefert die normale Google-Suche selbst?
Wissen oder Vermutung?
Die Klasse sortiert Aussagen in Beobachtung, Schlussfolgerung und unbelegte Behauptung.
Was macht KI glaubwürdig?
Besprechen: Sprachstil, bekannte Marke, Quellenhinweise, Geschwindigkeit, Bequemlichkeit. Warum kann das Vertrauen erzeugen?
Ein Satz zum Mitnehmen
Jede Person beendet: „Wenn eine KI mir etwas behauptet, dann …“
Hinweis für Lehrkräfte
Der didaktische Kern
Die Stunde soll nicht vermitteln, dass „KI lügt“ oder dass Suchmaschinen grundsätzlich unbrauchbar sind. Sie zeigt etwas Präziseres: Generierte Antworten können falsch, widersprüchlich oder instabil sein. Deshalb bleibt Quellenkritik auch bei sehr moderner Technik notwendig.
Besonders stark ist dieser Fall, weil keine komplizierte Fachfrage nötig ist. Die Lernenden können den Widerspruch mit eigenen Augen erkennen. Genau deshalb eignet er sich als Einstieg in KI- und Medienkompetenz.