Wer war Epiktet?
Epiktet lebte ungefähr von 50 bis 138 n. Chr. Er kam als Sklave nach Rom, wurde später Lehrer der stoischen Philosophie und gründete nach seiner Vertreibung aus Rom eine Schule in Nikopolis.
Er selbst schrieb seine Lehre nicht auf. Überliefert wurde sie durch seinen Schüler Arrian.
Warum ist das heute interessant?
Weil Epiktet nicht zuerst fragt: Was passiert mir? Sondern: Was davon kann ich beeinflussen – und was mache ich mit dem Rest?
Das ist keine Aufforderung zur Gefühllosigkeit. Es ist eine Schule des Urteilens.
Das Gesamtvideo
Es gibt bewusst ein einziges Gesamtvideo – keine zerstückelten Einzelclips. Das Handbüchlein darf als Ganzes wirken.
Für eine 90-Minuten-Doppelstunde kann das Video stärker einbezogen werden. Für 45 Minuten arbeitet die Klasse mit ausgewählten Textstellen und kann das Gesamtvideo anschließend zur Vertiefung nutzen.
Fünf Epiktet-Sätze, die Ärger machen dürfen
1 · Was liegt in meiner Gewalt?
Frage: Ist diese Trennung wirklich so eindeutig? Gibt es Dinge, die ich nicht kontrollieren, aber trotzdem beeinflussen kann?
2 · Gedanken sind nicht die Dinge
Frage: Wo stimmt das? Und wo wäre dieser Satz unfair gegenüber realem Leid?
3 · Die Welt gehorcht dir nicht
Frage: Ist das Gelassenheit – oder kann daraus auch Resignation werden?
4 · Langsam zum Zorn
Frage: Hilft das bei Beleidigungen? Wo endet Selbstkontrolle und wo beginnt notwendiger Widerstand?
5 · Urteil statt Reflex
Frage: Was weißt du wirklich – und was hast du nur ergänzt, vermutet oder bewertet?
In meiner Hand / nicht in meiner Hand
Klick nicht nach Gefühl. Begründe zuerst. Danach kannst du dir eine mögliche Einordnung anzeigen lassen.
45 Minuten: Epiktet im echten Leben
90 Minuten: die Doppelstunde
Erste Hälfte
Die 45-Minuten-Stunde wie oben – nur mit mehr Gesprächszeit und zwei Originalpassagen.
Zweite Hälfte
20–25 Minuten aus dem Gesamtvideo gemeinsam hören/sehen, danach Gruppenarbeit mit unterschiedlichen Stellen aus dem Volltext. Abschlussdebatte: „Macht Stoizismus frei – oder manchmal zu angepasst?“
SMS-Denkwerkstatt
Schreibe einen Chat oder inneren Monolog zu Likes, Streit, Ghosting oder einer schlechten Note.
Suche einen Satz, den du für zu hart, zu einfach oder falsch hältst. Begründe deinen Einwand.
Nimm einen Abschnitt aus dem alten Deutsch und schreibe ihn so, dass ihn heute ein 14-Jähriger versteht – ohne den Gedanken zu verfälschen.
Erfinde zwei Situationen: einmal hilft Gelassenheit, einmal wäre Wegsehen falsch.