Einstein · Teil 13 von 15 · Lernweg: Politik, Krieg & Versöhnung
Gegen die Kriegspsychose
Die „Kriegspsychose“ bezeichnet im Lied das Weiterleben von Hass, Kränkung und Feindbildern nach dem Ende militärischer Kämpfe.

Teil 13 · Start im Gesamtvideo: 35:01
Lied-Essenz
Text lesen, nicht nur hören
[Strophe 1]
Der Krieg hört nicht auf, wenn die Waffen schweigen im Feld,
er zieht als Rest in die Köpfe und vergiftet weiter die Welt.
Ich nenn das Kriegspsychose, weil der Schaden tiefer sitzt,
in Stolz, in Wut, in alter Kränkung, die sich nie ganz abnutzt.
Die einen tragen Niederlage wie ein Messer in der Hand,
die andern blähen Siege auf wie ewigen Verstand.
Und mitten drin die Wenigen, die früh schon Wahrheit sagten,
werden misstrauisch beäugt, während die Treiber fast entsagten.
Das ist das Kranke an der Zeit: Wer Vernunft bringt, zahlt oft mehr
als der, der Öl gegossen hat in das historische Heer.
Darum ist Frieden schwerer als Verträge, Fahnen, Staat —
er braucht ein anderes Innenleben, sonst bleibt alles bloß Zitat.
[Pre-Chorus]
Nicht nur außen,
auch im Kopf
muss der Krieg verlernen.
Sonst bleibt jede Ruhe
eine Pause
unter alten Sternen.
[Refrain]
Gegen die Kriegspsychose,
gegen das Gift im Land.
Gegen die Kriegspsychose,
gegen den Hass in der Hand.
Nicht nur Waffen,
auch Gedanken
müssen endlich stiller werden —
sonst steht der Krieg noch lange
in der Mitte dieser Erden.
[Strophe 2]
Europa wird nicht heil durch neue Schuld und Gegenstolz,
nicht durch ewiges Erinnern ohne inneres anderes Holz.
Man muss das Ressentiment erkennen, den verletzten Reflex,
der lieber recht behalten will, als dass er Frieden wächst.
Ein großer Führer ist für mich nicht einer, der nur siegt,
sondern einer, der selbst gegen Instinkte Verständigung kriegt.
Der nicht auf Masse setzt und nicht auf Kriegserregung baut,
sondern in vergifteter Zeit noch dem klaren Geist vertraut.
Das ist nicht weich, das ist mutiger als jeder Schlachtruf klingt,
weil einer gegen ganze Wellen das andere Denken bringt.
Und wenn die Welt je wieder aufatmet nach dem großen Brand,
dann nicht durch Pose, sondern durch ein anderes Herz im Land.
[Bridge]
Der Krieg
lebt in Gewohnheiten,
in Stolz,
in innerem Befehl.
Und wer ihn nur verwaltet,
heilt nichts,
sondern verlängert nur das Spiel.
Darum braucht Frieden
mehr als Recht —
er braucht ein anderes Menschengeschlecht im Innern.
[Refrain]
Gegen die Kriegspsychose,
gegen das Gift im Land.
Gegen die Kriegspsychose,
gegen den Hass in der Hand.
Nicht nur Waffen,
auch Gedanken
müssen endlich stiller werden —
sonst steht der Krieg noch lange
in der Mitte dieser Erden.
Quellenhinweis: Dieser Text ist eine künstlerische Lied-Essenz aus Briefen und Dokumenten. Formulierungen im Lied sind nicht automatisch wörtliche Einstein-Zitate.
Diskussion
Vier Fragen
1 · Kern
Welche Aussage über Einstein steht in diesem Lied im Zentrum?
2 · Textbeleg
Welche Stelle im Lied trägt diese Deutung am stärksten?
3 · Lernweg
Welche politische Haltung wird im Lied zugespitzt?
4 · Quellenkritik
Welche Begriffe oder Gegensätze müssten historisch genauer geprüft werden?