JENSEITS DER ZEIT

Gespräch mit Mao Zedong

Thema: Politik des Nachfolger Xi Jinping

Susanne:

Genosse Mao, ich bin ganz direkt:
Was hältst du von der Politik deines Nachfolgers Xi Jinping?

Mao (nach kurzem Schweigen, dann leise und scharf):

Sie nennen es Sozialismus chinesischer Prägung.
Ich nenne es:
Ein Pakt mit dem Teufel des Kapitals.
Ein Pakt mit der Angst, das Gesicht zu verlieren.

Susanne:

Du meinst, es geht nicht mehr um das Volk?

Mao:

Das Volk war einmal das Zentrum.
Heute ist es ein Werkzeug.
Sie predigen Ordnung - aber meinen Kontrolle.
Sie sprechen von Fortschritt - aber meinen Abhängigkeit.
Sie führen rote Fahnen - auf Schiffen voller westlicher Waren.

Susanne:

Und was ist mit den digitalen Überwachungsmechanismen?

Mao (ironisch):

Ich habe das kleine Rote Buch verteilt.
Xi verteilt QR-Codes.
Ich forderte Denkdisziplin.
Er installiert Denkgefängnisse.

Susanne:

Würdest du sagen, die KPCh hat sich verkauft?

Mao:

Sie hat sich eingelassen -
auf Wachstum ohne Seele,
auf Reichtum ohne Richtung.
Marx sprach von Produktionsmitteln in der Hand der Massen.
Heute: Produktionsmittel in der Cloud.
In Händen weniger, sehr weniger.

Susanne:

Und was würdest du tun - wärst du heute am Leben?

Mao:

Ich würde nicht zurückschlagen - sondern neu denken.
Nicht mit Parolen - sondern mit Herz.
Ich würde das Volk befragen,
die Bauern, die Mütter, die Alten.
Nicht die Funktionäre mit ihren endlosen Bilanzen.

Susanne:

Und Xi?

Mao:

Er ist kein Teufel.
Aber er hat Angst.
Angst vor der Wahrheit,
dass Macht ohne Nähe nichts ist.
Er fürchtet, dass das Volk wirklich aufwacht.
Nicht durch Protest -
sondern durch das Verstehen,
dass wahre Größe nicht regiert,
sondern dient.

 

Künstlerische Bildillustration zum Gespräch: Gespräch mit Mao Zedong
Zum Gespräch gehörende, nachträglich gestaltete Bildillustration