Originaltext zum Video
[Strophe 1]
Thomas, wartet mal! Bevor ihr unterschreibt, bevor aus diesem Satz für Jahrhunderte Geschichte bleibt: „Alle Menschen sind gleich geschaffen“ — das klingt verdammt schön. Doch sagt mir bitte eines: Wen könnt ihr darin sehen?
[Strophe 2]
Meint ihr wirklich alle Menschen? Oder eigentlich nur euch? Die Männer hier am Tische, mit Eigentum und Recht? Denn draußen leben Menschen, die waren lange vor euch hier. Mit ihren Sprachen, ihren Kindern, ihrem Land und ihrem Revier.
[Refrain]
Alle Menschen sind gleich — dann meint gefälligst alle! Nicht Freiheit nur für euren Tisch, nicht Würde nur in eurer Halle. Wenn Menschenrechte universal sind, gibt es kein „die“ und „wir“. Thomas, schreib nicht Freiheit hin und zieh die Grenze gleich daneben hier.
[Strophe 3]
Und dann lese ich eure Worte: „merciless Indian Savages“. Was soll denn das? Ihr fordert eure Freiheit und sprecht anderen Menschlichkeit ab? Ihr nennt den König einen Tyrannen, weil er eure Rechte verletzt — doch wer fragt die Menschen dieses Landes, welches Recht ihr ihnen setzt?
[Refrain]
Alle Menschen sind gleich — dann meint gefälligst alle! Nicht Freiheit nur für euren Tisch, nicht Würde nur in eurer Halle. Ein schöner Satz wird hohl, wenn seine Wahrheit Grenzen kennt. Freiheit ist keine Freiheit, wenn man andere von ihr trennt.
[Bridge]
Vielleicht seid ihr Kinder eurer Zeit. Vielleicht seht ihr den Widerspruch noch nicht. Aber ich komme aus eurer Zukunft — und ich sage euch ins Gesicht: Ein Menschenrecht gehört nicht dem, der es zuerst zu Papier gebracht. Es gehört jedem Menschen. Sonst habt ihr es kleiner gemacht.
[Outro]
Also Thomas — unterschreib. Aber hör meine Frage mit: Wenn du „alle Menschen“ schreibst, dann lass irgendwann wirklich alle damit gemeint sein.