Originaltext zum Video
[Strophe 1]
Ich steh hier im Streifen, das Gewehr in der Hand, Nacht auf Beton, kalter Wind überm Land. Der Befehl ist so klar, die Parole sitzt fest, wer hier rüber will, ist ein Feind, ist ein Test. Da steht plötzlich Susanne direkt neben mir: „Sag mal, Grenzer, was tust du eigentlich hier? Muss das wirklich sein, auf Menschen zu zielen? Hast du kein Herz mehr, kein Zweifeln, kein Fühlen?“
[Refrain]
Muss das wirklich sein? – fragst du mich im Licht. Ich sag: Ich hab Befehle. Doch mein Innerstes spricht. Zwischen Staat und Gewissen, zwischen Angst und Gehorsam, steht ein Mensch mit Uniform – und wird daran einsam.
[Strophe 2]
Du sagst: „Da sind zwei, die wollen nur fort, vielleicht in die Freiheit, an einen andern Ort. Willst du wirklich schießen? Ist das euer Gesetz? Und wenn du’s nicht tust – bist du selber verletzt?“ Ich schlucke und sage: „So wurden wir gemacht. Pflicht geht vor Zweifel, bei Tag und bei Nacht. Man lehrt uns: Die Grenze schützt Frieden und Land. Doch manchmal zittert die Seele mehr als die Hand.“
[Refrain]
Muss das wirklich sein? – fragst du mich so schlicht. Ich sag: Ich bin Grenzsoldat. Doch das rettet mich nicht. Zwischen Staat und Gewissen, zwischen Lehre und Grauen, kann ein einziger Satz ein ganzes Weltbild verhauen.
[Bridge]
Und du sagst: „Kein Staat ist so groß, dass er Menschen erschießt, nur weil einer will los.“ Da wird’s still im Kopf, und der Lärm klingt hohl, denn vielleicht ist Gehorsam noch lange nicht wohl.
[Schlussrefrain]
Muss das wirklich sein? – nein, die Frage bleibt stehen. Und sie trifft tiefer als jeder Befehl und jedes Gehen. Denn am Ende der Mauer, am Ende der Pflicht, steht das menschliche Gewissen – und vergisst uns nicht.