JENSEITS DER ZEIT

Originaltext zum Video

[Intro – gesprochen]

Susanne, du stehst vor meinem Bild und schaust schon wieder so begeistert. Das gefällt mir. Aber dein Lächeln sagt mir: Da kommt noch etwas.

[Strophe 1]

Du sagst: „Quentin, dieses Bild ist wundervoll. Die Münzen, die Waage, das Buch, der Spiegel, jede Kleinigkeit stimmt.“ Ich nicke zufrieden. Dann sagst du: „Aber ich habe dein Bild mit einem Bibelvers vermischt.“ Ich sehe dich an. „Mit welchem denn?“

[Refrain]

Perlen vor die Säue? Susanne, wirklich jetzt? Mein stilles Bild vom Zählen wird plötzlich neu besetzt. Münzen, Bücher, feine Dinge, alles liegt so wohlgeordnet da — und du stellst mitten in die Szene eine Sau?

[Strophe 2]

Du erzählst mir von Matthäus: Das Kostbare nicht achtlos hinzuwerfen. Und plötzlich sehe ich mein Bild anders. Da wird gezählt, gewogen, geprüft und gesammelt. Und du sagst: „Manchmal erinnert mich das an Menschen am kalten Buffet. Jeder greift, jeder häuft, jeder will noch etwas mehr.“

[Zwischenspiel – gesprochen]

Susanne … du vergleichst meine Geldwechsler mit einem Buffet? Und jetzt kommt auch noch das Schwein?

[Strophe 3]

Dann zeigst du mir deine Animation. Da läuft sie. Ganz gemütlich. Einmal vorbei. Noch einmal. Direkt an den Perlen entlang. Ich starre hin. Und dann muss ich lachen. Denn plötzlich verstehe ich deinen Spaß.

[Refrain]

Lauf nur, kleine Sau, an meinen Perlen vorbei. Kein Kampf, kein Gedränge, nur ein kleiner Bilderschrei. Zwischen Geld und Gier und Dingen, zwischen Haben und Begehr, läuft ein Schwein ganz ohne Eile — und sagt vielleicht mehr als noch mehr.

[Bridge]

Vielleicht, Susanne, liegt genau darin der Witz: Der Mensch zählt, der Mensch sammelt, der Mensch kämpft um seinen Platz. Und die Sau? Die läuft einfach weiter.

[Outro – gesprochen, lachend]

Na gut, Susanne. Die Sau darf bleiben. Aber bitte sag mir vorher Bescheid, bevor du das nächste Tier durch eines meiner Bilder schickst.