JENSEITS DER ZEIT

Originaltext zum Video

[Susanne]

Thomas, ich kann erklären, was ein Mensch ist. Aber damit weiß ich noch nicht, dass dieser Mensch existiert.

[Thomas]

Genau dort beginnt der Unterschied.

[Strophe 1]

Wesen sagt: Was ist ein Ding? Was macht es zu dem, was es ist? Sein sagt etwas anderes: Dass es wirklich gegenwärtig ist.

Du kannst einen Menschen denken, eine Rose, selbst ein Fabeltier. Doch Denken schenkt ihm noch kein Dasein, keine Wirklichkeit vor dir.

[Refrain]

Wesen ist das Was. Sein ist das Dass. Zwei kleine Worte — und plötzlich wird der Boden nass.

Was etwas ist, ist nicht dasselbe, dass es sei. Und zwischen Was und Wirklichkeit liegt ein Geheimnis frei.

[Strophe 2]

Beim Menschen kommen Form und Materie nicht einfach getrennt daher. Nicht nur Körper, nicht nur Seele — das Ganze bedeutet mehr.

[Susanne]

Dann bin ich nicht bloß ein Geist, der zufällig einen Körper trägt?

[Thomas]

Nicht in meinem Denken.

[Outro]

Was bin ich? Dass ich bin. Zwei Fragen. Ein Leben.