Folge 57: (Hof) Ich bin müde – aber ich bin der Boden.
Frage:
Ich hab keine Kraft mehr.
Alles schiebt sich zusammen: Wetter, Schulden, Büro, Zukunft.
Ich fühl mich ausgelaugt.
Aber wenn ich falle –
wer bleibt dann?
Antwort:
Mystisch gesehen bist du nicht nur Teil des Bodens –
du bist Boden.
Du trägst,
auch wenn dich niemand hält.
Und genau in dieser Müdigkeit
liegt eine Kraft,
die nicht vergeht.
[Intro – leise, abgekämpft]
Ich steh noch.
Aber nicht mehr gerade.
Meine Schultern
tragen mehr
als jeder Traktor.
Ich bin da.
Aber kaum noch da.
[Vers 1 – schlicht, ehrlich]
Die Tiere warten nicht.
Der Regen fragt nicht.
Die Bank redet viel –
über Zahlen,
nicht über Schlaf.
Ich funktioniere.
Aber ich bin leer.
[Vers 2 – erschöpft, aber wach]
Manchmal
geh ich raus
aufs Feld
und frag:
Warum noch?
Wofür?
Und dann spür ich
unter meinen Füßen
den Boden.
Wie er atmet.
Wie er trägt.
Mich.
Trotz allem.
[Vers 3 – mystisch, würdevoll]
Vielleicht
bin ich selbst
der Acker.
Durchpflügt.
Zerfurcht.
Aber voller Leben.
Vielleicht
heißt Müde sein
nicht: Schwach sein –
sondern: Echt sein.
[Refrain – ruhig, geerdet]
Ich bin müde.
Aber ich bin der Boden.
Ich fall nicht.
Ich halt.
Für andere.
Für mehr
als man sieht.
[Schluss – still, fast heilig]
Ich bin nicht fertig.
Ich bin getragen.
Und selbst,
wenn ich nichts mehr geben kann –
bin ich da.
Wie die Erde.
Immer.
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