Folge 52: (Hof) Ich hab das Höfesterben satt – aber niemand hört uns.
Frage:
Jedes Jahr geben wieder welche auf.
Familienhöfe. Generationen.
Wir warnen, wir reden, wir kämpfen –
aber es hört niemand zu.
Es ist, als würden wir verschwinden,
noch bevor wir tot sind.
Antwort:
Mystisch gesehen stirbt nicht nur der Hof –
sondern ein ganzer Rhythmus.
Doch wer im Sterben klagt,
ist nicht schwach.
Sondern Hüter dessen,
was andere längst vergessen haben.
[Intro – ruhig, bitter]
Wieder einer weniger.
Nachbarn seit dreißig Jahren.
Hof verkauft.
Schweine raus.
Haus leer.
Und keiner redet drüber.
Als wär’s normal.
[Vers 1 – nüchtern]
Statistik kennt uns.
Als Randnotiz.
„Strukturwandel“
nennen sie das.
Ich nenn es:
Verlust.
Von Leben.
Von Wissen.
Von Würde.
[Vers 2 – wütend und müde]
Wir warnen.
Demonstrieren.
Schreiben.
Reden.
Aber Berlin hört nichts.
Die Städte hören nichts.
Die Kunden hören:
„Kostet das mehr?“
Und gehen weiter.
[Vers 3 – mystisch, tief]
Vielleicht
geht etwas unter –
weil keiner hinschaut.
Vielleicht
sind wir die Letzten,
die noch spüren,
was es heißt,
in Zyklen zu leben
statt in Quartalszahlen.
[Refrain – aufrecht, traurig]
Ich hab das Höfesterben satt.
Und ich weine nicht nur
um Höfe.
Ich weine
um den Klang
von echter Arbeit.
Und das Echo
bleibt aus.
[Schluss – still, unbeugsam]
Aber ich hör nicht auf.
Nicht für Applaus.
Nicht für Likes.
Sondern weil hier
etwas lebt,
das nicht sterben darf.
Nicht,
wenn ich noch stehe.
Hinweis: Inhalte dieser Website können künstlerisch bearbeitet, montiert oder ganz bzw. teilweise KI-unterstützt erstellt sein. Auswahl, Bearbeitung und Veröffentlichung erfolgen durch Susanne Albers.