Folge 43: (Amt) Ich habe selbst schon mal Hartz IV bekommen.
Frage:
Ich arbeite jetzt im Amt –
aber ich war früher selbst hilfebedürftig.
Jetzt soll ich Anträge ablehnen,
die ich früher selbst gestellt habe.
Es fühlt sich falsch an.
Antwort:
Mystisch gesehen hast du einen Schlüssel in der Hand:
Du kennst beide Seiten.
Nutze dieses Wissen nicht gegen dich –
sondern als Licht
für die, die noch drinstecken.
[Intro – ruhig, nach innen]
Ich kenn den Blick.
Wenn du aufgerufen wirst.
Ich kenn das Zittern.
Wenn du sagst: „Ich brauche…“
Ich hab selbst mal
vor diesem Schreibtisch gesessen.
Jetzt sitz ich dahinter.
[Vers 1 – ehrlich, gespalten]
Manchmal denke ich:
Was mache ich hier?
Ich war doch einer von ihnen.
Und jetzt?
Bin ich einer von „uns“?
Ich fühl mich
wie Brücke –
aber manchmal
auch wie Verräter.
[Vers 2 – tastend, innerlich stark]
Ich hab geweint
wegen Rückforderungen.
Ich hab auf Rechnungen gestarrt,
die ich nicht bezahlen konnte.
Und heute:
darf ich anderen sagen,
dass ihr Antrag nicht durchgeht.
Es tut weh.
Weil ich weiß,
wie weh es tut.
[Vers 3 – mystisch, klärend]
Vielleicht
bin ich genau deshalb hier.
Nicht, um besser zu sein.
Sondern um zu erinnern,
dass Würde nicht in Zahlen steht.
Vielleicht
bin ich hier,
um still Licht zu sein –
wo ich früher Dunkel war.
[Refrain – leise, aufrichtig]
Ich weiß,
wie sich Bitten anfühlt.
Ich weiß,
wie sich Nein anfühlt.
Und deshalb
hör ich zu –
auch wenn ich nichts geben kann.
[Schluss – ruhig, geerdet]
Ich hab beides erlebt.
Und das ist mein Schatz.
Kein Makel.
Kein Widerspruch.
Nur Tiefe.
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