Folge 42: (Amt) Ich hab Angst, dass ich abstumpfe.
Frage:
Ich spüre, wie ich weniger fühle.
Wie ich abgebrühter werde – routinierter, kälter.
Ich will so nicht sein.
Aber das System macht mich hart.
Antwort:
Mystisch gesehen ist nicht Kälte gefährlich –
sondern das Vergessen.
Solange du es bemerkst,
bist du lebendig.
Und das genügt.
[Intro – leise, erschöpft]
Früher hab ich mitgefühlt.
Hab gezuckt, wenn jemand weinte.
Hab abends noch nachgedacht.
Heute?
Ich klick.
Ich stempel.
Ich schlafe.
[Vers 1 – ehrlich, resigniert]
Ich merke es.
Wie ich härter werde.
Wie ich schneller „nein“ sage.
Wie mir Geschichten egal werden.
Nicht aus Bosheit –
aus Schutz.
[Vers 2 – still und wach]
Aber ich will das nicht.
Ich will kein Stein werden.
Kein Automat.
Kein Teil eines kalten Flusses,
der alles mit sich reißt.
Ich will fühlen.
Wenigstens ab und zu.
[Vers 3 – mystisch, sanft]
Vielleicht
ist es schon Gnade,
dass ich es merke.
Vielleicht
zeigt mir meine Angst
genau das:
Dass ich noch nicht verloren bin.
[Refrain – ruhig, aber klar]
Ich stumpfe ab –
aber ich seh es.
Ich werde härter –
aber ich frag mich, warum.
Und solange ich das noch kann,
bin ich nicht tot.
[Schluss – ganz leise]
Vielleicht reicht das:
Ein Herz,
das heimlich noch weint.
Auch wenn keiner es sieht.
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