Folge 41: (Amt) Ich sitze am Schreibtisch – und bin entweder Gott oder Teufel.
Frage:
Ich entscheide nach Akte.
Aber die Menschen sehen in mir entweder Erlöser oder Schuldigen.
Ich bin einfach ich – doch sie machen mich zum Symbol.
Antwort:
Mystisch gesehen bist du Projektionsfläche.
Du musst nicht alles tragen.
Nur Mensch bleiben –
mit offenem Herz
und klarer Grenze.
[Intro – ruhig, mit leerem Blick]
Ich bin da.
8 Uhr.
Immer wieder.
Und wenn sie kommen,
sehen sie nicht mich.
Sondern Hoffnung.
Oder Hass.
[Vers 1 – nüchtern]
„Sie haben mein Leben ruiniert.“
„Sie sind mein letzter Halt.“
„Nur Sie können mir helfen.“
„Wegen Ihnen hab ich nichts mehr.“
Und ich sitze da –
mit Formular 72a.
[Vers 2 – fast resigniert]
Ich bin nicht Gott.
Ich bin nicht der Staat.
Ich bin nicht der Täter.
Ich bin auch nicht dein Heiler.
Ich bin jemand,
der zuhört –
und manchmal schweigt,
weil Worte fehlen.
[Vers 3 – mystisch, still]
Vielleicht
bist du nicht da,
um zu lösen.
Sondern,
um da zu bleiben,
wenn es keiner tut.
Vielleicht
bist du kein Richter –
sondern Zeugin
einer Welt,
die vergessen hat,
dass wir alle
nur Menschen sind.
[Refrain – ruhig, aber bestimmt]
Ich bin nicht,
was du in mich legst.
Ich bin nicht größer –
aber auch nicht kleiner.
Ich bin da.
Und ich bleib.
Weil das zählt.
[Schluss – ganz leise]
Gott oder Teufel?
Keins von beidem.
Ich bin der Mensch
am Schreibtisch.
Mit Herz.
Mit Stille.
Und manchmal –
mit Mitgefühl.
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