Folge 38: (Amt) Ich habe „abgelehnt“ gedrückt – und der Mensch weinte.
Frage:
Ich arbeite im Jobcenter.
Ein Mann flehte mich an.
Ich habe nach Aktenlage entschieden – „Antrag abgelehnt“.
Er hat geweint.
Ich auch.
War das falsch?
Antwort:
Mystisch gesehen urteilst du nicht –
du zeigst nur, was das System nicht geben kann.
Aber dein Blick, dein Ton, dein Menschsein
können mehr geben
als jedes Formular.
Frage:
Ich kann nicht mehr.
Ich will weg.
Aber ich bleibe – aus Pflicht, Angst, Gewohnheit.
Und verliere mich selbst.
Antwort:
Mystisch gesehen ist Bleiben nicht immer Treue –
manchmal ist es Flucht vor dem eigenen Ruf.
Wenn dein Herz leise flüstert „Geh“ –
ist das vielleicht Gott.
[Intro – flach, beschämt, ehrlich]
Ich sah ihn an.
Müde.
Mit zittrigen Händen.
Und ich wusste:
Er braucht Hilfe.
Aber die Akte sagte:
„Nicht anspruchsberechtigt.“
Und mein Finger:
„Ablehnen.“
[Vers 1 – langsam, ehrlich]
Er weinte.
Leise.
Stand auf.
Sagte:
„Ich wusste es.“
Und ich
war nur noch klein.
[Vers 2 – innerlich zerrissen]
Ich mach hier keine Gesetze.
Ich bin kein Richter.
Ich bin nur die letzte Wand
zwischen Hoffnung
und Abbruch.
Und manchmal denk ich:
Ich zerreiß mehr,
als ich retten kann.
[Vers 3 – mystisch, tröstend]
Vielleicht
bist du nicht das System.
Vielleicht
bist du der Mensch
inmitten der Maske.
Vielleicht
ist deine Würde
nicht in der Entscheidung –
sondern im Dasein.
[Refrain – leise, aber kraftvoll]
Ich hab abgelehnt.
Aber ich war da.
Ich hab gesehen.
Ich hab nicht weggeschaut.
Und das –
bleibt.
Auch wenn das Geld es nicht tut.
[Schluss – wie ein inneres Nicken]
Ich bin nicht Gott.
Ich bin nicht Schuld.
Ich bin einfach nur:
Mensch
im System.
Und das reicht,
um etwas zu ändern.
Vielleicht.
Irgendwann.
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