Folge 32: (medizinisch) Das Kind hat 15 Minuten gelebt.
Frage:
Eine Frau bringt ihr Kind in der 23. Woche zur Welt.
Es lebt – 15 Minuten.
Ich hätte sagen können: Fehlgeburt.
Aber ich sah: Es war ein Mensch.
Was bleibt von diesem Leben?
Antwort:
Mystisch gesehen misst sich Leben nicht in Dauer –
sondern in Tiefe.
Ein Atemzug in Liebe
wiegt mehr
als hundert Jahre ohne Herz.
Du hast das Kind gesehen.
Darum lebt es weiter –
in dir.
[Intro – zart, fast flüsternd]
Sie drückte es an sich.
Es war so klein.
So still.
So da.
Und ich?
Ich war Zeuge.
Von 15 Minuten Ewigkeit.
[Vers 1]
Ich hätte schreiben können:
Fehlgeburt.
Protokoll.
Routine.
Aber ich sah:
Da war Seele.
Da war Licht.
Da war alles –
in einem Hauch.
[Vers 2]
Ich hörte es atmen.
Zittern.
Sterben.
Und trotzdem –
war es da.
Wie ein Stern,
der kurz aufflammt –
und nie wieder vergessen wird.
[Vers 3 – mystisch]
Vielleicht
kam es nicht,
um zu bleiben.
Sondern,
um zu berühren.
Vielleicht
war dieser Moment
heilig.
Nicht tragisch.
[Refrain – leise, tief]
15 Minuten.
Und doch:
ein Leben.
Weil Liebe da war.
Weil du da warst.
Und weil Gott
keine Uhr braucht,
um Gegenwart zu sein.
[Schluss – kaum hörbar]
Ich schrieb kein Formular.
Ich schrieb Geschichte.
Und sie beginnt mit:
„Ich sah ein Kind –
und es war echt.“
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