Folge 30: (medizinisch) Wenn wir retten, können wir auch zerstören.
Frage:
Ein Frühchen mit schwerer Hirnblutung.
Die OP könnte es retten –
oder lebenslange Behinderung bringen.
Wir müssen entscheiden.
Aber was, wenn wir falsch liegen?
Antwort:
Mystisch gesehen rettest du nicht das Leben –
du berührst sein Geheimnis.
Weder Retten noch Lassen ist gut oder böse.
Was zählt, ist:
Mit welchem Geist du entscheidest.
[Intro – flach atmend, angespannt]
Es liegt da.
Winzig.
Zu früh.
Zu zerbrechlich.
Und jetzt ruht alles –
auf uns.
[Vers 1]
Wir haben die Daten.
Die Risiken.
Die Zahlen.
Und doch:
Kein Algorithmus
nimmt uns die Wahl.
OP?
Oder nicht?
Leben retten –
vielleicht.
Oder Leben brechen –
für immer?
[Vers 2]
Die Eltern fragen.
Mit Augen,
die hoffen wollen.
Und ich?
Ich will’s nicht entscheiden.
Aber muss.
Was,
wenn wir falsch liegen?
Wenn unser Ja
zum Leben
ein Nein
zur Würde wird?
[Vers 3 – mystisch]
Vielleicht
gibt es kein Richtig.
Nur Echtheit.
Nur das eine:
Ob du’s tust
aus Angst –
oder aus Liebe.
Denn Leben
ist nicht planbar.
Es ist Geschenk.
Und Geheimnis.
Und du bist heute
der Torhüter –
nicht der Schöpfer.
[Refrain – ernst, aber ruhig]
Ich entscheide.
Nicht als Held.
Nicht als Gott.
Sondern als Mensch,
der zittert –
und doch Ja sagt.
Zum Leben,
wie es kommt.
[Schluss – hauchzart]
Und was auch geschieht –
ich bleibe da.
Mit Schuld,
mit Hoffnung,
mit einem Licht
im Dunkel.
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