Folge 28: (medizinisch) Ich muss sagen, dass es unheilbar ist.
Frage:
Ein Kind hat einen Tumor.
Ich weiß, es ist unheilbar.
Ich muss es sagen – den Eltern, dem Kind.
Aber wie?
Antwort:
Mystisch gesehen zerstört Wahrheit nicht –
sie entkleidet die Illusion.
Du bist nicht der Überbringer des Todes,
sondern der Wächter der Würde.
Deine Ehrlichkeit ist nicht hart –
sondern heilig.
[Intro – still, mit schwerem Atem]
Ich seh sie.
Das Kind.
Die Eltern.
Die Hoffnung.
Und in meiner Hand –
das Nein.
[Vers 1]
Ich hab das Bild gesehen.
Ich hab den Befund gelesen.
Da ist kein „vielleicht“.
Da ist nur:
Es wird nicht mehr gut.
Und jetzt?
Ich soll es sagen.
Mit Stimme.
Mit Gesicht.
Mit Augen,
die nicht ausweichen.
[Vers 2]
Sie schauen mich an
wie auf ein Wunder.
Und ich –
bin das Gegenteil.
Ich will lügen.
Ein bisschen.
Wegen der Liebe.
Aber ich lüge nicht.
Wegen der Wahrheit.
[Vers 3 – mystisch]
Denn Wahrheit
ist nicht das Ende.
Sie ist der Anfang
vom echten Begleiten.
Sie nimmt den Schleier weg –
damit das Kind
sehen darf,
wer es wirklich ist:
geliebt,
gehalten,
gesehen.
[Refrain – leise, aber aufrecht]
Ich sage es.
Nicht hart.
Nicht kalt.
Sondern als Mensch,
der bleibt,
wenn die Hoffnung geht.
Und das ist genug.
[Schluss – wie ein Wispern]
Ich sag nicht:
„Es wird gut.“
Ich sag:
„Ich bin da.“
Und das Kind nickt.
Als wüsste es,
was ich selbst kaum tragen kann.
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