Folge 27: (medizinisch) „Ich will sterben – hilf mir.“
Frage:
Ein todkranker Patient bittet mich um Hilfe beim Sterben.
Ich verstehe ihn.
Aber ich darf es nicht.
Antwort:
Mystisch gesehen geht es nicht darum, den Tod zu geben –
sondern das Dasein zu halten.
Wirklich da zu sein.
Wenn der Wunsch zu sterben kommt,
braucht der Mensch nicht den Tod –
sondern ein Gegenüber,
das nicht wegsieht.
[Intro – leise, brennend]
Er hat es gesagt.
Klar.
Deutlich.
„Ich will nicht mehr.“
Und ich –
hör es noch.
[Vers 1]
Ich sitz an seinem Bett.
Medizinisch – alles getan.
Palliativ – gut versorgt.
Und doch sagt er:
„Lass mich gehen.“
Nicht im Zorn.
Im Frieden.
Fast zärtlich.
[Vers 2]
Ich könnte nicken.
Einfach nicken.
Aber darf ich das?
Kann ich das?
Bin ich dann Schuld –
oder Erlöser?
Bin ich Helfer –
oder Richter?
[Vers 3 – mystisch]
Vielleicht ist die Hilfe
nicht das Gift,
sondern die Nähe.
Nicht die Spritze,
sondern das Schweigen mit ihm.
Nicht das Tun,
sondern das Bleiben.
[Refrain – ruhig, liebevoll]
Ich helfe.
Indem ich da bin.
Mit allem, was ich hab.
Mit Herz.
Mit Schmerz.
Mit Ehrfurcht.
Und mit ihm.
[Schluss – ganz leise]
Er stirbt.
Nicht durch mich.
Aber mit mir.
Und vielleicht
ist genau das
Sterbehilfe.
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