Folge 26: (medizinisch) Ich soll den Stecker ziehen.
Frage:
Ein Patient liegt im Koma. Keine Hirnaktivität.
Die Geräte halten ihn am Leben.
Ich soll entscheiden, ob sie abgeschaltet werden.
Antwort:
Mystisch gesehen ist das kein technischer Akt –
sondern ein heiliger Übergang.
Nicht du beendest das Leben.
Du erkennst nur,
wann die Seele gegangen ist.
[Intro – ruhig, schwer]
Ich soll entscheiden.
Ob das hier noch Leben ist.
Ob Hoffnung Lüge ist.
Ob Schweigen Tod bedeutet.
[Vers 1]
Der Monitor piept.
Der Körper warm.
Aber das Hirn –
zeigt nichts mehr.
Ich sehe Eltern,
die beten,
flehen,
halten.
Und ich?
Ich halte auch –
den Atem an.
[Vers 2]
Ich bin Arzt.
Ich kenne die Daten.
Ich kenne die Kurven.
Aber nicht die Seele.
Sie zeigt sich nicht im Scan.
Und doch muss ich sagen:
Jetzt ist es Zeit.
[Vers 3 – mystisch]
Vielleicht
bin ich nicht Richter,
sondern Zeuge.
Nicht Entscheider,
sondern Begleiter.
Ich beende nicht das Leben –
ich lasse los,
was längst gegangen ist.
[Refrain – still, klar]
Ich ziehe nicht den Stecker.
Ich öffne die Tür.
Und das Licht,
das mich fragt:
Bist du bereit,
ihn gehen zu lassen?
[Schluss – leise, wie ein Gebet]
Und ich sage ja.
Mit zittrigem Herzen.
Mit ganzer Verantwortung.
Und mit Gott –
in meinem Zweifel.
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