Mystische Problemlösung

Folge 22: Ich bin süchtig – und ich weiß nicht, wer ich ohne das bin.

Ein Mensch greift immer wieder zu etwas, das ihn zerstört –
und doch gibt es Sicherheit, Struktur, sogar Trost.
Die Sucht ist nicht mehr nur ein Verhalten –
sie ist zu einer zweiten Haut geworden.

Antwort:
Mystisch gesehen ist Sucht kein Makel, sondern ein Schrei nach Gott,
der fehlgeleitet wurde.
Nicht weil du schwach bist –
sondern weil du zu tief fühlst,
und niemand dir gezeigt hat, wohin damit.
Die Sucht ist nicht du.
Aber sie zeigt dir, dass etwas in dir leben will.

 

[Intro – langsam, nackt, ehrlich]
Es ist nicht einfach ein Verlangen.
Es ist ein Raum in mir.
Ein Muster.
Ein Reflex.
Ich greife,
weil ich sonst falle.
Und ich falle –
weil ich immer wieder greife.

[Vers 1]
Ich bin süchtig.
Nicht nur nach Stoff.
Nach Kontrolle. Nach Nähe. Nach Vergessen.
Nach allem, was mich kurz
nicht fühlen lässt.
Weil fühlen weh tut.
Weil nichts mehr sicher ist
außer das.

[Vers 2]
Sie sagen: „Hör auf.“
Aber sie wissen nicht,
dass ich ohne das nicht weiß,
wer ich bin.
Ohne das bin ich nur
ein Loch.
Ein Lärm.
Eine Angst ohne Form.

[Vers 3 – mystisch]
Aber was,
wenn das Loch
nicht leer ist –
sondern heilig?
Was,
wenn genau dort
etwas auf mich wartet,
das nicht betäubt werden will,
sondern erlöst?

[Vers 4]
Ich bin nicht die Sucht.
Ich bin das Wesen darunter.
Ich bin der,
der gerufen hat –
und niemand kam.
Also kam das.
Aber jetzt
komm ich selbst.

[Refrain – langsam, wie durch Nebel gehend]
Ich weiß nicht,
wer ich ohne das bin.
Aber ich will es wissen.
Nicht aus Kraft –
sondern aus Wahrheit.
Ich will nicht fliehen.
Ich will ankommen.
Bei mir.

[Schluss – weich, wie erster Atem]
Vielleicht ist mein wahres Ich
nicht das, was sucht –
sondern das,
was sich nach Freiheit sehnt.
Und das reicht.
Für den nächsten Schritt.

 

 

 

 

 

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