Ich bin Innenminister.
Ich sichere Grenzen.
Ich verteidige Ordnung.
Ich sorge für Struktur.
Ich spreche von Gefahrenlagen,
von Bedrohungen,
von Systemstabilität.
Aber abends –
wenn ich die Krawatte ablege,
spür ich’s:
Ich gehör da gar nicht mehr rein.
Ich sage „Innen“,
aber ich fühl mich draußen.
Draußen aus Gesprächen,
draußen aus Vertrauen,
draußen aus mir selbst.
Ich lese Berichte über Integration.
Ich unterschreibe Papiere über Zusammenhalt.
Aber ich weiß:
Ich würde mich selbst nicht integrieren,
wenn ich mich heut neu treffen würde.
Ich schütze die Verfassung.
Aber wo ist mein Gefühl dafür geblieben,
was „Heimat“ heißt?
Ich komm heim –
aber es fühlt sich an wie ein
Gästezimmer im eigenen Leben.
Und dann –
nachts,
wenn die Fenster dunkel sind,
flüstert’s irgendwo in mir:
Vielleicht geht’s beim Inneren
nicht nur um Sicherheit.
Sondern um Nähe.
Um ein Gefühl,
das keiner messen kann,
aber jeder vermisst.
Vielleicht muss ich nicht
das Land ordnen –
sondern mich selbst
wieder spüren.
Minister –
du darfst Strukturen verteidigen.
Aber verliere dich dabei nicht.
Denn das größte Innenministerium
ist dein Herz.
Und vielleicht wartet es schon
viel zu lange auf dich.
Hinweis: Inhalte dieser Website können künstlerisch bearbeitet, montiert oder ganz bzw. teilweise KI-unterstützt erstellt sein. Auswahl, Bearbeitung und Veröffentlichung erfolgen durch Susanne Albers.