Folge M5: Ich hab Leben gerettet – und meins verloren.
Ich bin Gesundheitsminister.
Ich rette Strukturen.
Ich rette Kliniken.
Ich rette Notaufnahmen in letzter Minute.
Aber ich…
habe meinen Sohn nicht gerettet.
Ich war zuhause –
einmal.
Endlich.
Hab Spaghetti gekocht,
die Stille in der Küche fast nicht ausgehalten.
Da klingelt’s.
Zwei Beamte.
Einer sagt sanft:
„Herr Minister, Ihr Sohn.
15 Jahre alt.
Koks. Verkauft. Festnahme.“
Ich höre zu.
Ich nicke.
Ich entschuldige mich.
Ich spüre:
Alles, was ich draußen geschafft hab,
bricht mir jetzt im Wohnzimmer zusammen.
Ich wollte helfen.
Dem System.
Dem Land.
Dem Volk.
Aber ich war nicht da –
für den einzigen Menschen,
der mich gebraucht hätte,
nicht als Minister,
sondern als Papa.
Und dann kommt das Echo in mir:
Du kannst Gesetze schreiben –
aber keine Kindheit zurückholen.
Du kannst Drogenstrategien planen –
aber keine Nähe simulieren.
Du hast aufgepasst,
dass niemand stirbt.
Nur vergessen:
Dass Liebe auch Leben ist.
Ich sitze da.
Nicht als Politiker.
Sondern als Vater,
der keine Worte mehr hat.
Und plötzlich hör ich etwas in mir sagen:
Du musst jetzt nicht funktionieren.
Du musst nicht retten.
Du musst lieben.
Jetzt.
Nicht im Gesetz.
Sondern im Wohnzimmer.
Minister –
heute bist du nicht zuständig.
Heute bist du nur Mensch.
Und das ist schwer genug.
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