Ich bin wichtig. Ich bin laut.
Ich bin Minister. Ich bin vertraut
mit Zahlen, Akten, Machtgefüge,
mit Druck von oben und der nächsten Lüge.
Ich unterschreib, ich delegier,
ich rede viel – und spür doch: nix von mir.
Ich seh Gesetze, die sich stapeln,
doch nachts, da hör ich’s in mir brabbeln:
"Du bewegst Gesetze wie Papier –
aber wann bewegt sich was in dir?"
Ich kann verhandeln, taktisch denken,
Ressorts auf Kurs und Budgets lenken.
Doch innen drin? Da wird’s ganz still.
Ich merk: Ich tu viel – nur nicht, was ich will.
Denn was bleibt, wenn keiner klatscht?
Wenn der Kalender Pause macht?
Wenn ich mal nicht am Pult stehe –
sondern einfach… vor mir selbst?
Und dann – kommt’s leise.
Nicht von oben. Nicht von Gott.
Sondern aus dem kleinen Rest, der noch weiß, wie’s geht:
Lass dein Amt mal Amt sein.
Und dein Herz mal wieder ran.
Wer führt, darf auch mal fallen –
in sich selbst. Und langsam dann:
Atme. Lausche. Tu mal nichts.
Und vielleicht – beginnt dort Licht.
Nicht am Rednerpult. Nicht im Erlass.
Sondern einfach… in deinem Herzpalast.
Minister – du bist nicht nur Funktion.
Du bist Mensch. Und das ist Revolution.
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