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Ein Mann spricht mit Jesus.
Die Leute hören zu.
Der Mann fragt:
"Was will Gott von mir?"
Jesus sagt:
"Du kannst doch lesen!
Was liest du in der Bibel?"
Der Mann sagt:
"Liebe Gott und deinen Nächsten!"
Jesus sagt: "Tu das!"

Der Mann sagt: "Das tue ich
Aber wen soll ich denn alles lieben?
Wer ist denn das, mein Nächster?"
Da erzählt Jesus eine Geschichte:

Ein Mann aus Jerusalem macht eine Reise.
Er will nach Jericho.

Aus dem Weg überfallen ihn Räuber.
Sie schlagen ihn.
Sie nehmen ihm alles weg.

Sie laufen fort.
Sie lassen ihn halbtot liegen.

Ein anderer Mann kommt.
Er war im Tempel in Jerusalem.
Sein Beruf ist es, Gott zu dienen.
Er ist ein Priester.
Er sieht den verletzten Mann.
Aber er schaut weg
und geht vorbei.

Wieder kommt ein Mann
aus Jerusalem.
Auch er war im Tempel.
Dort hilft er dem Priester
beim Gottesdienst.
Er sieht den verletzten Mann.
Auch er geht vorbei.

Dann kommt ein Mann aus Samarien,
ein Samariter.
Die Leute von Jerusalem
und die Samariter sind Feinde.

Der Samariter sieht den Mann liegen.
Er bleibt stehen.
Er geht zu ihm.
Er reinigt seine Wunden.
Er verbindet ihn.

Dann hebt er den Mann auf seinen Esel.

Er bringt ihn in ein Gasthaus.
Dort bleiben sie über Nacht.

Der Samariter sorgt für den verletzten Mann.

Am nächsten Morgen gibt er dem Wirt Geld.
Er sagt: "Sorge für den Mann."

Diese Geschichte erzählt Jesus.
Dann sagt er:
"Wer von den drei hat gewußt,
wer sein Nächster ist?"

Der Mann, der gefragt hat, antwortet:
"Der, der ihm geholfen hat."
Jesus sagt:
"Mach du es ebenso wie er."
herausgegeben 1994 von der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart
19 Der barmherzige Samariter
Das Bilderbuch erzählt die Geschichte so einfach, wie möglich: Ein Mann fragt Jesus. Die Bible sagt: Es war ein Gesetzeslehrer. Er kennt sich aus in dem "Gesetz" das Gott seinem Volk durch Mose gegeben hat. In diesem Gesetz stehen zum Beispiel die Zehn Gebote. Der Gesetzeslehrer wollte Jesus prüfen, ob er auch die richtige Antwort weiß. Jesus läßt ihn selber die Antwort geben - und dann prüft er den Gesetzeslehrer: "Tust du auch, was das Gesetz sagt?"
Das bringt den Mann in Verlegenheit; er fühlt sich angegriffen und will sich verteidigen. Natürlich liebt er Gott, das ist sozusagen sein Beruf; täglich studiert er Gottes Gesetz! Aber der Mitmensch, der "Nächste"? Wer ist das? Man kann doch nicht jedermann lieben!
Da erzählt Jesus die Geschichte vom "Barmherzigen Samariter". Samariter waren die Bewohner des Gebiets von Samaria, das zwischen Juda/Jerusalem und Galiläa liegt. Zwischen Juden und Samaritern gab es starke Spannungen, die großenteils religiös begründet waren. Durch den vorbildlichen Samariter in der Beispielgeschichte Jesu wurde der ursprüngliche Volksname "Samariter" gleichbedeutend mit: ein opferbereiter Mensch. Der Samariter in der Geschichte hilft sogar seinem Feind, während die Männder, die Gott am Tempel dienen, ihren eigenen Landsmann liegenlassen.
"Nimm ihn dir zum Vorbild!" sagt Jesus. Der Nächste, das ist der der jetzt im Augenblick dich, deine Hilfe, braucht - gleichgültig, ob er dir fern- oder nahesteht, ob du ihn magst oder nicht.
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